Amazon Brand Registry – Schutz und Kontrolle Ihrer Marke auf Amazon

Die Amazon Brand Registry hilft Markeninhabern, Markenmissbrauch auf Amazon schneller zu melden und die Darstellung der Marke (z. B. Produktdetailseiten, Markeninhalte) besser zu kontrollieren. Entscheidend sind dabei drei Punkte: ein anerkanntes Markenrecht (DPMA/EUIPO/ggf. IR), konsistente Markenverwendung auf Produkt/Verpackung und ein sauberer Nachweisprozess im Amazon-Antrag.

Stand: Februar 2026

Wichtig: Die Amazon Brand Registry ist kein Ersatz für staatlichen Markenschutz, sondern eine plattformspezifische Ergänzung. Sie ersetzt nicht die rechtliche Prüfung von älteren Rechten und schafft keinen Schutz „außerhalb“ der Plattform.

Was ist die Amazon Brand Registry?

Amazon hat mit der Brand Registry ein System geschaffen, das eingetragenen Markeninhabern erweiterte Schutz- und Kontrollfunktionen bereitstellt. Ziel ist es, Fälschungen, Produktpiraterie, unautorisierte Nutzung von Markenkennzeichen und irreführende Angebotsdarstellungen zu reduzieren.

Die Registrierung bei Amazon ersetzt dabei nicht die Markenanmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) oder beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Sie baut vielmehr auf einem anerkannten Markenrecht auf.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Für die Aufnahme in die Amazon Brand Registry muss ein Markenrecht vorliegen, das Amazon für den jeweiligen Marketplace nach den aktuell geltenden Brand-Registry-Vorgaben akzeptiert. In der Praxis wird regelmäßig eine im Markenregister eingetragene Marke verlangt. Ob in einzelnen Ländern/Programmausprägungen ausnahmsweise auch eine Markenanmeldung ausreicht, ist nicht allgemein gültig, sondern hängt von den jeweils aktuellen, marketplace-spezifischen Amazon-Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Antragstellung ab und kann sich jederzeit ändern. Maßgeblich ist daher, was Amazon im Brand-Registry-Antrag für den konkreten Ziel-Marketplace aktuell als zulässige Grundlage hinterlegt. Entsprechend sollten Marke, Register (DPMA/EUIPO/IR etc.) und die geplante Nutzung frühzeitig darauf geprüft werden, ob sie im Zielmarkt tatsächlich akzeptiert werden.

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Welche Marken akzeptiert Amazon für die Brand Registry?

Zulässig sind typischerweise Wortmarken sowie Wort-/Bildmarken. Maßgeblich ist, dass die Marke bei einer anerkannten Markenbehörde angemeldet bzw. eingetragen ist und die Markendaten verlässlich verifiziert werden können (z. B. über Markennummer, Registerauszug, Inhaberdaten).

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Markeninhaberschaft und Konto

Erforderlich ist ein aktives Amazon-Konto, über das die Markenrechte verwaltet werden. Zusätzlich muss die Person bzw. das Unternehmen, das den Antrag stellt, als Markeninhaber oder autorisierter Vertreter auftreten. In der Praxis ist es wichtig, dass die Inhaberdaten in Amazon konsistent zu den Registerdaten sind (Schreibweise, Rechtsform, Adresse, Vertretungsnachweise).

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Welche Fotos und Unterlagen verlangt Amazon typischerweise?

Amazon verlangt regelmäßig einen klaren Markenbezug zum Produkt. Die Marke muss in der Praxis erkennbar am Produkt oder an der Verpackung angebracht sein, typischerweise durch Produktfotos/Verpackungsfotos als Nachweis. Das dient auch dazu, Missbrauch zu vermeiden und eine rein „formale“ Marke ohne reale Warenkennzeichnung nicht für Plattformschutzinstrumente zu nutzen.

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Konsistenz der Markenverwendung

Ein häufiger Ablehnungs- oder Verzögerungsgrund ist eine uneinheitliche Markenverwendung: Der Markenname wird im Register anders geschrieben als auf Produkt, Verpackung oder Listing. Auch Varianten (zusätzliche Wörter, andere Reihenfolge, abweichende Schreibweise) können in der Praxis zu Nachfragen führen. Das ist kein rein „formales“ Thema, sondern oft der entscheidende Punkt, ob Amazon den Markenbezug akzeptiert.

Tulex empfiehlt, bereits vor der Anmeldung bei Amazon eine gründliche Markenrecherche durchzuführen, um Kollisionen mit bestehenden Marken zu vermeiden. Das reduziert nicht nur das rechtliche Risiko, sondern verhindert auch teure Korrekturen nach dem Launch, wenn bereits Listings, Verpackungen oder Marketingmaterialien im Umlauf sind.:

Vorteile für Markeninhaber

Erhöhter Markenschutz auf der Plattform

Amazon stellt registrierten Markeninhabern erweiterte Möglichkeiten zur Erkennung und Meldung von Markenrechtsverletzungen zur Verfügung. Dazu gehören typischerweise vereinfachte Meldeprozesse, priorisierte Bearbeitung bestimmter Beschwerden und technische Mechanismen, die potenziell problematische Inhalte eher sichtbar machen. In der Praxis kann das die Reaktionszeit und die Erfolgsquote gegenüber unberechtigten Listings spürbar verbessern.

Kontrolle über Produktdarstellung und Markenumfeld

Die Brand Registry erleichtert es, die Markenpräsentation konsistenter zu steuern. Das betrifft insbesondere die Produktdetailseiten (Titel, Bilder, Inhalte) und reduziert das Risiko, dass Dritte Ihr Angebot über abweichende oder irreführende Inhalte „umdeuten“. Für Markeninhaber ist das nicht nur ein Image-Thema: Irreführende Inhalte können zu falschen Erwartungen, Reklamationen und negativen Bewertungen führen.

Erweiterte Marketingmöglichkeiten

Mit Funktionen wie A+ Content oder Brand Stores kann die Marke auf Amazon professioneller dargestellt werden. Aus rechtlicher Sicht ist das nicht „Markenschutz“, aber es wirkt faktisch als Präventionsmaßnahme: Je klarer die Markenführung, desto leichter lässt sich Missbrauch dokumentieren und desto weniger Angriffsfläche entsteht durch chaotische Listings.

Dateneinblick und Analyse

Markeninhaber erhalten je nach Ausgestaltung Zugriff auf zusätzliche Auswertungen zu Performance, Suche und Nutzerverhalten. Das ist kein Rechtsvorteil, aber ein wirtschaftlicher Vorteil. In der Praxis kann er helfen, Auffälligkeiten zu erkennen (z. B. plötzliche Verschiebung von Verkäufen oder Brand-Search-Traffic), die auf Missbrauch oder unautorisierte Aktivitäten hindeuten.

Rechtliche Einordnung

Aus rechtlicher Sicht ist entscheidend, dass die Brand Registry kein Markenrecht begründet. Die rechtliche Grundlage ist das Markenrecht selbst (z. B. DPMA-/EUIPO-Eintragung, ggf. IR-Marke mit Schutzwirkung) und – je nach Konstellation – auch andere Kennzeichenrechte, etwa Unternehmenskennzeichen oder Benutzungsmarken. Wer sich ausschließlich auf Amazon-Tools verlässt, übersieht, dass außerhalb der Plattform die Durchsetzung weiterhin nach „klassischen“ Regeln erfolgt (Abmahnung, einstweiliger Rechtsschutz, Klage, Grenzbeschlagnahme etc.).

Gleichzeitig sollte man es nicht kleinreden: Die Brand Registry kann die Durchsetzung innerhalb von Amazon massiv erleichtern. Praktisch ist das oft der schnellste Weg, um akute Schäden zu begrenzen. Juristisch bleibt es aber eine ergänzende Plattformebene. Daraus folgt eine saubere Grundstrategie:

  1. Staatlicher Markenschutz als belastbare Grundlage (DPMA/EUIPO/ggf. IR).
  2. Brand Registry als Durchsetzungs- und Steuerungsinstrument auf Amazon.
  3. Laufendes Monitoring und konsequentes Vorgehen gegen Verletzungen, damit Ansprüche nicht „verschlafen“ werden und sich Missbrauch nicht verfestigt.

Typische Fehler und Risiken

In der Praxis scheitern die Brand Registry weniger an „komplizierten“ Anforderungen als an vermeidbaren Inkonsistenzen und fehlender Vorarbeit. Typische Fehlerquellen sind:

Antrag bei Amazon ohne belastbare Markenbasis oder ohne Prüfung, ob das konkrete Markenrecht von Amazon akzeptiert wird.

Unvollständige oder widersprüchliche Unterlagen (Markennummer, Inhaberangaben, fehlende Nachweise zur Kennzeichnung).

Uneinheitliche Schreibweise des Markennamens zwischen Registereintrag, Produktkennzeichnung und Listing (inkl. Groß-/Kleinschreibung, Zusatzwörter, abweichende Wortfolge).

Fehlende oder nur sporadische Kennzeichnung auf Produkt/Verpackung, sodass der Markenbezug nicht sauber nachweisbar ist.

Nutzung fremder Kennzeichen oder beschreibungsnaher Bezeichnungen, die markenrechtlich nicht tragfähig sind oder Kollisionen auslösen können.

Fehlannahme, die Brand Registry schütze automatisch vor allen Drittanbietern (sie ist ein Werkzeug, kein „Schutzschild“; es bleibt ein aktives Vorgehen nötig).

Diese Versäumnisse führen regelmäßig zu Verzögerungen, Ablehnung der Registrierung oder – wirtschaftlich gravierender – zur Sperrung von Einträgen/ASINs, wenn Amazon Unstimmigkeiten oder Rechtsverstöße sieht. Tulex unterstützt Mandanten daher idealerweise vor der Amazon-Anmeldung bei der sauberen Markenstrategie, damit sich der Aufwand nicht doppelt bezahlt macht.

Ablauf der Registrierung bei Amazon

Der Ablauf ist formal überschaubar, scheitert aber in der Praxis häufig an Nachweisen und Konsistenz. Typischer Prozess:

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Markenrecht sichern: Anmeldung und möglichst Eintragung beim DPMA oder EUIPO (je nach Schutzgebiet und Geschäftsmodell).

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Marke konsistent verwenden: Marke sichtbar auf Produkt und/oder Verpackung anbringen; Produktfotos/Verpackungsfotos vorbereiten.

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Amazon-Konto und Antrag: Amazon-Konto anlegen bzw. nutzen und Brand-Registry-Antragsformular ausfüllen.

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Nachweise einreichen: Markennummer, Markenangaben, Nachweise zur Kennzeichnung, ggf. Verifikation durch Amazon.

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Verifizierung: Amazon prüft und bestätigt die Anmeldung; anschließend werden die Brand-Registry-Funktionen freigeschaltet.

Die Dauer hängt stark von Datenqualität und Nachweislage ab. Bei sauberer Vorbereitung kann es zügig gehen; bei Inkonsistenzen entstehen Rückfragen und Verzögerungen.

Praxisempfehlung für Markeninhaber

Wer auf Amazon langfristig erfolgreich sein will, sollte die Marke nicht nur „registrieren“, sondern aktiv führen und verteidigen. Dazu gehören:

Vorabprüfung: Markenrecherche und Risikoanalyse, bevor Verpackung und Listings gebaut werden.

Schutzstrategie: Passendes Schutzgebiet (DE oder EU) und passende Markenform (Wortmarke als stabiler Kern; ggf. Wort-/Bildmarke ergänzend).

Einheitliche Markenführung: Registereintrag, Produktkennzeichnung, Listings, Seller-/Vendor-Daten und Brand-Assets konsistent halten.

Monitoring: Verletzungen, Listing-Änderungen, unautorisierte Verkäufer und „hijackte“ Inhalte laufend überwachen.

Durchsetzung: Plattformmaßnahmen (Brand Registry) mit klassischer Rechtsdurchsetzung kombinieren, wenn es erforderlich ist.

Tulex unterstützt Mandanten entlang der gesamten Kette: Markenrecherche, Markenanmeldung, Klärung des optimalen Schutzumfangs und praktische Begleitung bei der Brand-Registry-Nutzung.

Checkliste: Amazon Brand Registry in 8 Prüfpunkten

Markenstrategie festlegen

Klären Sie zuerst, welches Schutzgebiet Sie brauchen (DE/DPMA oder EU/EUIPO). Legen Sie fest, ob Wort- oder Wort-/Bildmarke geschützt werden, damit Marke, Listing und Verpackung später perfekt zusammenpassen.

Markenrecherche durchführen

Prüfen Sie vor Anmeldung und Launch auf Identität und Ähnlichkeit (Klang, Schriftbild, Bedeutung). Eine saubere Recherche verhindert teure Widersprüche, Abmahnungen oder Rebrandings nach dem Start.

Marke anmelden oder eintragen lassen

Sichern Sie die staatliche Basis (DPMA/EUIPO). Achten Sie auf den richtigen Inhaber (meist die Gesellschaft) und ein stimmiges Warenverzeichnis, um innerhalb und außerhalb Amazons geschützt zu sein.

Schreibweise und Markenverwendung vereinheitlichen

Registereintrag, Brand-Registry-Daten und die Kennzeichnung auf dem Produkt müssen exakt übereinstimmen. Abweichungen bei Großschreibung oder Bindestrichen können zur Ablehnung führen.

Kennzeichnung auf Produkt oder Verpackung sicherstellen

Bringen Sie die Marke sichtbar am Produkt oder der Verpackung an (Etikett, Prägung, Aufdruck). Amazon verlangt diesen Nachweis, um eine reale Markennutzung zu verifizieren.

Nachweise vorbereiten

Bereiten Sie Markennummer und klare Produkt- sowie Verpackungsfotos "aus einem Guss" vor. Unvollständige Unterlagen führen zu unnötigen Rückfragen und verzögern den Registrierungsprozess.

Antrag stellen und Zuordnung sauber halten

Achten Sie im Antrag auf das korrekte Konto und klare Rollen (Inhaber vs. Agentur). Dokumentieren Sie Zuständigkeiten sauber, damit die Kontrolle über die Markenrechte dauerhaft gewahrt bleibt.

Monitoring und konsequente Durchsetzung

Nutzen Sie die Tools nach der Freischaltung für die Überwachung und Meldung von Fälschungen oder Listing-Hijacking. Nur eine aktiv verteidigte Marke bleibt auf dem Marketplace nachhaltig geschützt.

Praxisregel: Behandeln Sie die Brand Registry nicht als „Amazon-Feature“, sondern als Teil Ihrer Markenstrategie. Die staatliche Markenanmeldung ist die rechtliche Basis; die Brand Registry ist die Plattform-Schiene für Kontrolle und schnelle Reaktion.

Jetzt Marke schützen – mit Tulex

Planen Sie, Ihre Marke auf Amazon zu registrieren oder möchten Sie Ihre Marke rechtssicher anmelden? Unsere Kanzlei unterstützt Sie insbesondere mit:

  • Professioneller Markenrecherche und Kollisionsprüfung.
  • Rechtskonformer Markenanmeldung beim DPMA oder EUIPO inklusive Strategie zu Klassen und Verzeichnis.
  • Begleitung bei der Registrierung Ihrer Marke in der Amazon Brand Registry sowie bei der Durchsetzung gegen Markenmissbrauch auf Amazon.

Kontaktieren Sie Tulex für eine unverbindliche Erstberatung und klären Sie die Markenstrategie, bevor Budget in Verpackung, Listings und Werbung fließt.

E-Mail

info@tulex.de

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Sylvio Schiller

Sylvio Schiller

Rechtsanwalt & Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
Schwerpunkt: Markenrecht & IP-Strategie
Email: schiller@b2.legal
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